Transparenz bei der Riester-Rente

Seit Beginn diesen Jahres ist es für alle Anbieter von geförderten privaten Altersvorsorgeprodukten Pflicht, alle anfallenden Kosten auf einem Produktinformationsblatt auszuweisen.

Die Einführung dieses Produktinformationsblattes ist zwingend im Altersvorsorgegesetz-Verbesserungsgesetz vorgesehen, das am 24. Juni 2013 verabschiedet worden ist. Mit diesem Gesetz sollte das Ziel verfolgt werden, die steuerlich geförderte Altersvorsorge noch attraktiver und transparenter zu machen. Neben weitreichenderen Möglichkeiten zur steuerlich geförderten Absicherung bei einer verminderten Erwerbs- und Berufsunfähigkeit hat es mit Einführung des Gesetzes auch eine Begrenzung der Wechselkosten z.B. bei einem Riester-Vertrag gegeben. Darüber hinaus fand eine Verbesserung im Bereich von selbst genutztem Wohneigentums statt, der in die geförderte Altersvorsorge (Wohn-Riester) einbezogen werden soll.

Hauptanliegen des Altersvorsorge-Verbesserungsgesetzes war allerding eine wesentliche Verbesserung der Transparenz bei den verschiedenen förderfähigen Altersvorsorgeprodukten. Aufgrund der Anbieter- und Produktvielfalt hat sich ein überaus komplexer Markt entwickelt, den zu verstehen einem interessierten Verbraucher nicht unbedingt leicht fällt. Deshalb hat die Verpflichtung zu einem Produktinformationsblatt Eingang in das Gesetz gefunden. Die verschiedenen geförderten Produkte sollen untereinander vergleichbar sein. So soll z.B. die Transparenz der Riester-Rente bei einem seriösen Anbieter das Produkt attraktiver machen.

Vor 2014 zertifizierte geförderte Altersvorsorgeprodukte haben spätestens zum 1. Januar 2017 die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Alle anfallenden Kosten haben die Anbieter auf dem neuen Produktinformationsblatt auszuweisen. Nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) dürfen bei Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen lediglich die in § 2a AltZertG genannten Kostenarten aufgeführt sein. Hierzu zählen z.B. die Abschluss- und Vertriebskosten, aber auch die Kosten bei Vertragskündigung. Bezüglich der Kostenstruktur eines Produkts ist ebenfalls ein vorgegebenen Muster zu berücksichtigen. Kosten, die nicht auf dem Informationsblatt aufgeführt sind, werden auch nicht geschuldet. Folglich hat man in der Ansparphase eines Altersvorsorgevertrages lediglich die Kosten zu tragen, die vom Vertragsanbieter auf dem Blatt tatsächlich ausgewiesen sind.

Auch wenn jeder Kunde vor Vertragsabschluss ein auf seinen persönlichen Vertrag abgestimmtes Informationsblatt erhält, haben sich die Anbieter bei der Ausgestaltung an ganz genau festgelegte Vorgaben zu halten, damit dem Verbraucher bzw. Kunden ein Vergleich ermöglicht wird. Mit Hilfe eines stets gleichen Aufbaus, Gestaltung des Blatts und der gleichen Schriftgröße wird es den Kunden erleichtert, bei den unterschiedlichsten Anbietern eine Information immer an der gleichen Stelle auf jedem Produktinformationsblatt wiederzufinden. Transparenz durch ein für alle Anbieter einheitlich gestaltetes Produktinformationsblatt.

 

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