PKV im Alter – Altersrückstellungen und Beitragsentwicklungen

Das Gesundheitswesen in Deutschland ist nicht unbedingt als kostengünstig zu bezeichnen, dies dürfte sich inzwischen hinreichend herumgesprochen haben. Aus statistischer Sicht verursachte jeder Einwohner der Bundesrepublik im Jahr 2009 Ausgaben in Höhe von 3.210 Euro, was bisher einen Kostenrekord bedeutet. Besonders dramatisch hat sich die Explosion der Kosten im Bereich der privaten Krankenversicherung ausgewirkt. Die Folge hiervon ist im Jahr 2009 ein Anstieg der Kosten von nicht weniger als sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Für die privaten Krankenversicherungen in Deutschland gilt jedoch das Prinzip, streng wirtschaftlich handeln zu müssen, um stets leistungsfähig bleiben zu können. Dies wird sich somit in Form gestiegener Beiträge für die Millionen Versicherungsnehmer im Bereich der privaten Krankenversicherung niederschlagen.

Ein Grund für den Kostenanstieg ist die längere Lebenserwartung der Menschen hierzulande. Statistisch gesehen werden die Menschen stets älter und haben insbesondere im Alter einen gesteigerten Bedarf nach medizinischen Leistungen. Auch die Sparbemühungen im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung gehen nicht an den Anbietern der privaten Krankenversicherung vorbei. Die Folge hiervon ist, dass für die Private Krankenversicherung im Vergleich steigende Beiträge für die Versicherungsnehmer gewissermaßen vorprogrammiert sind. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung kann der Staat einen Teil der Mehrausgaben durch Subventionen abfedern. Diese Möglichkeit besteht bei den privat finanzierten Krankenversicherungen hingegen nicht. Die Gesellschaften sind jedoch dazu verpflichtet, kostendeckend zu kalkulieren, sodass Beitragserhöhungen von bis zu 10 % für die Mehrheit der Versicherungsnehmer erwartet werden.

Natürlich steht es jedem Versicherungsnehmer frei, bei steigenden Beiträgen im Alter der Versicherungsgesellschaft den Anbieter zu wechseln. Insbesondere für ältere Personen ist dieser Schritt jedoch häufig mit hohen finanziellen Verlusten behaftet. Bereits ältere Privatpatienten verlieren in diesem Fall die gesamten Kapitalrücklagen, die angespart wurden, um Beitragserhöhungen im Alter abfedern zu können. Haben sich im Laufe des Lebens zudem chronische Krankheiten beim Versicherungsnehmer eingeschlichen, muss bei einem Wechsel des Versicherungsanbieters eine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen werden. Dies kann im schlimmsten Fall für den Versicherungsnehmer bedeuten, von der privaten Krankenversicherung abgelehnt oder nur gegen Zahlung von hohen Risikoaufschlägen aufgenommen zu werden. Eine zentrale Rolle spielt auch die wirtschaftliche Ertragskraft der jeweiligen PKV und damit ihre Beitragsstabilität, die je nach Anbieter variiert. Verbrauchertests prüfen diese Kennzahlen regelmäßig in einem PKV-Test.

Vor einigen Jahren standen einige private Krankenversicherungsanbieter in der Kritik, da die Versicherungsbeiträge für Rentner zum Teil sehr hoch ausgefallen waren. Dieses Problem wurde jedoch erkannt und entsprechend behoben.

Damit der Versicherungsnehmer im Alter nicht unter überproportional hohen Beiträgen leiden muss, bilden die Versicherungsgesellschaften im Bereich der privaten Krankenversicherung seit einigen Jahren freiwillige Altersrückstellungen. Hierdurch kann der Beitrag im späteren Rentenalter für den Versicherungsnehmer reduziert oder zumindest stabil gehalten werden.
Ab dem 55. Lebensjahr hat jeder Rentner im Bereich der privaten Krankenversicherung das Recht, in den sogenannten Basis-Tarif des jeweiligen Versicherungsanbieters zu wechseln. Dieser Basis-Tarif beinhaltet grundsätzlich nur die Leistungen, die auch von einer gesetzlichen Krankenkasse offeriert werden, jedoch liegen hierbei die Krankenversicherungsbeiträge entsprechend auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Dies macht vor allem für Personen sind, die aufgrund einer vergleichsweise schlechten Gesundheit mit hohen Beiträgen im Rahmen der privaten Krankenversicherung rechnen müssten. Die bis zu diesem Zeitpunkt angesammelten Altersrückstellungen können zusätzlich für eine Kostensenkung sorgen, sodass die vom Versicherungsnehmer zu zahlende monatliche Prämie weit unter dem Maximalbeitrag im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung liegen kann.

 

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