Sterbegeld – eine ausreichende Hinterbliebenenversorgung im Trauerfall?

Bis 2003 gehör­te das Ster­be­geld zu einer Leis­tung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Unter die­sem Begriff wer­den Auf­wen­dun­gen ver­stan­den, die für die Bestat­tung eines ver­stor­be­nen Ange­hö­ri­gen not­wen­dig sind. Wel­che Mög­lich­kei­ten es gibt und was im Trau­er­fall zu tun ist, erläu­tert die­ser Beitrag.

Gesetzliche Formen der Vorsorge

Um Ster­be­geld zu erhal­ten, spie­len meh­re­re Fak­to­ren eine Rol­le. Hat­te der oder die Ver­stor­be­ne einen Beam­ten­sta­tus, so zahlt laut § 18 des Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes das Ver­sor­gungs­werk ein Ster­be­geld in zwei­fa­cher Höhe des letz­ten Dienst­be­zugs bezie­hungs­wei­se des Ruhe­ge­halts. Davon kön­nen in den meis­ten Bun­des­län­dern sowohl die Ehe­gat­ten als auch die Abkömm­lin­ge profitieren.

Tritt der Tod als Fol­ge einer Berufs­krank­heit ein, zahlt die gesetz­li­che Unfall­ver­si­che­rung. Der Betrag beläuft sich auf ein Sieb­tel der jeweils gel­ten­den Bezugs­grö­ße. Im Jahr 2017 liegt das Ster­be­geld bei 5.100 Euro (West) und 4.560 Euro (Ost). Es wird also unab­hän­gig vom letz­ten Ver­dienst oder der Höhe der Bestat­tungs­kos­ten berechnet.

Der Ehe­gat­te bzw. die Ehe­gat­tin der/​s Ver­stor­be­nen erhält in den ers­ten drei Mona­ten nach dem Tod die Ren­te der/​s Ver­stor­be­nen in vol­ler Höhe, um die Aus­ga­ben für die Bestat­tung zumin­dest teil­wei­se decken zu kön­nen. Anschlie­ßend erfolgt die Berech­nung der Wit­wen­ren­te nach den jewei­li­gen Gege­ben­hei­ten. In jedem Fall kön­nen die Ange­hö­ri­gen die Auf­wen­dun­gen für das Begräb­nis als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung steu­er­recht­lich gel­tend machen.

Private Formen der Vorsorge

Da die­se gesetz­li­chen For­men der Vor­sor­ge nur einen begrenz­ten Betrag für die Bestat­tungs­kos­ten zah­len – wenn über­haupt, besteht die Mög­lich­keit einer pri­va­ten Absi­che­rung in Form einer Ster­be­geld­ver­si­che­rung. Sie gilt als Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung und wird von Ver­si­che­run­gen und Ster­be­kas­sen ange­bo­ten. Im Ver­trag ver­ein­ba­ren die Par­tei­en einen fest­ge­leg­ten Betrag, der im Todes­fall an die Ange­hö­ri­gen fließt, um die Bestat­tung zu finanzieren.

Notwendige Schritte im Trauerfall

Ehe­gat­ten und Kin­der sehen sich nach dem Tod des Ange­hö­ri­gen vor einer Rei­he von orga­ni­sa­to­ri­schen und emo­tio­na­len Her­aus­for­de­run­gen. Behör­den­gän­ge, wie zum Stan­des­amt oder zur Ren­ten­ver­si­che­rung, müs­sen erle­digt wer­den. Außer­dem sind die Trau­er­fei­er­lich­kei­ten zu orga­ni­sie­ren: Aus­wahl der Grab­stel­le, Ver­sen­dung von Ein­la­dun­gen, Vor­be­rei­tung der Trau­er­fei­er usw. In die­ser Situa­ti­on ist eine Unter­stüt­zung durch Fami­lie und Freun­de sehr wich­tig, in einem ers­ten Schritt durch eine Bei­leids­be­kun­dung. Die Ant­wort auf die Fra­ge „Was ist bei Kon­do­lenz­schrei­ben zu beach­ten?”, hängt unter ande­rem davon ab, wie eng die Ver­bin­dung zum Ver­stor­be­nen war. Fami­li­en­mit­glie­der kön­nen die Ange­hö­ri­gen dar­über hin­aus zu Behör­den­gän­gen beglei­ten, für sie ein­kau­fen oder Mahl­zei­ten zube­rei­ten. So fällt es ihnen leich­ter, mit die­ser schwie­ri­gen Situa­ti­on zurechtzukommen.

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