Ledigenzuschlag zur Altersrente eines berufsständischen Versorgungswerks

Die Bestim­mung in § 12 Abs. 4 Satz 2 (ab dem 15.01.2014: § 12 Abs. 7 Satz 2) der Sat­zung des Nie­der­säch­si­schen s der Rechts­an­wäl­te, wonach der soge­nann­te Ledi­gen­zu­schlag zur Alters­ren­te nicht gewährt wird, solan­ge in Fol­ge eines s die Anwart­schaft im gemin­dert ist, ist nach Ansicht des Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts mit dem grund­ge­setz­li­chen Gleich­heits­satz ver­ein­bar.

Schon die grund­le­gen­de Annah­me, die durch den bewirk­te Auf­tei­lung der Ver­sor­gungs­an­wart­schaft des Rechs­an­walts und die Über­tra­gung eines Tei­les auf den Trä­ger der Alters­ver­sor­gung sei­ner geschie­de­nen Ehe­frau sei für das beklag­te nur mit Vor­tei­len ver­bun­den, da es das Risi­ko der Hin­ter­blie­be­nen­ver­sor­gung voll­stän­dig und aus­schließ­lich auf Kos­ten des s ver­lie­re, geht fehl.

Fol­ge die­ses fami­li­en­ge­richt­li­chen Qua­si-Split­tings der Ver­sor­gungs­an­wart­schaft des s ist indes nicht, dass das Risi­ko der Ver­sor­gung sei­ner geschie­de­nen Ehe­frau voll­stän­dig von dem auf die Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te über­ge­gan­gen ist. Viel­mehr sind die Auf­wen­dun­gen der Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te auf­grund von Ren­ten­an­wart­schaf­ten, die durch die Ent des Fami­li­en­ge­richts begrün­det wor­den sind, nach § 225 Abs. 1 Satz 1 SGB VI von dem nach Maß­ga­be der hier noch anzu­wen­den­den Ver­ord­nung über das Berech­nen und Durch­füh­ren der Erstat­tung nach § 1304b Abs. 2 Satz 2 der Reichs­ver­si­che­rungs­ord­nung und nach § 83b Abs. 2 Satz 2 des Ange­stell­ten­ver­si­che­rungs­ge­set­zes – s‑Erstattungsverordnung – vom 11.03.1980 1 zu erstat­ten 2.

Auch das trägt daher wei­ter­hin – antei­lig – das Risi­ko der Ver­sor­gung der geschie­de­nen Ehe­frau des s. Die­ses Risi­ko ent­spricht nicht zwangs­läu­fig der infol­ge des s ein­ge­tre­te­nen Min­de­rung der Ver­sor­gungs­an­wart­schaft des s. Viel­mehr kön­nen sich die dem und sei­ner geschie­de­nen Ehe­frau auf­grund der geteil­ten Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten zu gewäh­ren­den Ver­sor­gungs­leis­tun­gen unter­schied­lich ent­wi­ckeln (vgl. zu den vom beklag­ten ggf. zu erstat­ten­den Auf­wen­dun­gen der Bun­des­ver­si­che­rungs­an­stalt für Ange­stell­te ins­be­son­de­re § 1 der s‑Erstattungsverordnung). Hier­in liegt zugleich die sach­li­che Recht­fer­ti­gung für die in § 12 Abs. 4 Satz 2 (ab dem 15.01.2014: § 12 Abs. 7 Satz 2) der Sat­zung des s unter Aus­nut­zung ihres wei­ten Gestal­tungs­er­mes­sens getrof­fe­nen Rege­lung, wonach auch die­je­ni­gen Mit­glie­der von der Gewäh­rung des soge­nann­ten Ledi­gen­zu­schlags nach § 12 Abs. 4 Satz 1 (ab dem 15.01.2014: § 12 Abs. 7 Satz 1) der Sat­zung aus­ge­schlos­sen sind, deren Anwart­schaft im in Fol­ge eines s gemin­dert ist 3. Dem steht schließ­lich nicht ent­ge­gen, dass ande­re berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen den soge­nann­ten Ledi­gen­zu­schlag in ver­gleich­ba­ren Situa­tio­nen gewäh­ren. Ein Anspruch auf Gleich­be­hand­lung nach Art. 3 Abs. 1 GG steht dem Ein­zel­nen nur gegen­über dem nach der Kom­pe­tenz­ver­tei­lung kon­kret zustän­di­gen Trä­ger öffent­li­cher Gewalt zu 4.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Juni 2014 – 8 LA 57/​14

  1. BGBl. I S. 280, in der hier maß­geb­li­chen zuletzt durch die Ver­ord­nung vom 20.12 1985, BGBl. I S. 2553, geän­der­ten Fas­sung[]
  2. vgl. hier­zu BSG, Urteil vom 3.04.2003 – B 13 RJ 29/​02 R; juris­PK-SGB VI, 2. Aufl., § 225 Rn. 12 f. m.w.N.[]
  3. so zutref­fend auch VG Han­no­ver, Urteil vom 18.12.2013 – 5 A 3595/​12[]
  4. vgl. BVerfG, Beschluss vom 12.05.1987 – 2 BvR 1226/​83 u.a., BVerfGE 76, 1, 73; BVerwG, Beschluss vom 20.08.2008 – BVerwG 9 C 9.07, Buch­holz 401.70 Kir­chen­steu­er Nr. 29; Beschluss vom 11.03.1986 – BVerwG 3 B 6.85, Buch­holz 418.731 HFlV Nr. 6[]