Zinsen auf Anpassungsforderungen in der betrieblichen Altersversorgung

Anspruch auf (Verzugs-)Zinsen auf gel­tend gemach­te monat­li­che Erhö­hungs­be­trä­ge hat ein Ver­sor­gungs­emp­fän­ger erst ab dem Fol­ge­tag des Tages, an dem das Urteil hin­sicht­lich der Anpas­sungs­ver­pflich­tung rechts­kräf­tig wur­de.

Der Anspruch auf Ver­zugs­zin­sen ent­steht – da Ver­zug erst ab Fäl­lig­keit ein­tre­ten kann – frü­hes­tens ab der Fäl­lig­keit der For­de­rung 1. Die Fäl­lig­keit der Anpas­sungs­for­de­run­gen des Klä­gers tritt nicht vor der Rechts­kraft des kla­ge­statt­ge­ben­den Urteils ein. Leis­tun­gen, die nach bil­li­gem Ermes­sen zu bestim­men sind, wer­den bei gericht­li­cher Bestim­mung erst auf­grund eines rechts­kräf­ti­gen Gestal­tungs­ur­teils nach § 315 Abs. 3 BGB fäl­lig. Dazu gehö­ren auch die auf­grund einer Anpas­sungs­ent­schei­dung nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 BetrAVG zu gewäh­ren­den Leis­tun­gen 2.

Es kann offen­blei­ben, ob Pro­zess­zin­sen nach § 291 BGB im Fal­le der Bestim­mung der Leis­tung durch Gestal­tungs­ur­teil über­haupt zuge­spro­chen wer­den kön­nen 3. Dem könn­te ent­ge­gen­ste­hen, dass Pro­zess­zin­sen kei­nen Schuld­ner­ver­zug vor­aus­set­zen, der Schuld­ner viel­mehr durch § 291 BGB schon des­halb einer Zins­pflicht unter­wor­fen wird, weil er es zum Pro­zess hat kom­men las­sen und für das damit ver­bun­de­ne Risi­ko ein­ste­hen soll; die­ses Risi­ko kann sich nach rechts­kräf­ti­gem Abschluss des Ver­fah­rens nicht mehr ver­wirk­li­chen. Jeden­falls könn­te auch der Anspruch auf Pro­zess­zin­sen frü­hes­tens ab der Fäl­lig­keit der For­de­rung (§ 291 Satz 1 Halbs. 2 BGB) ent­ste­hen 4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 10. Dezem­ber 2013 – 3 AZR 595/​12

  1. vgl. Palandt/​Grüneberg 72. Aufl. § 286 Rn. 13[]
  2. vgl. etwa BAG 19.06.2012 – 3 AZR 464/​11, Rn. 49; 28.06.2011 – 3 AZR 859/​09, Rn. 32, BAGE 138, 213[]
  3. dage­gen BGH 4.04.2006 – X ZR 122/​05, Rn. 23, BGHZ 167, 139; 4.04.2006 – X ZR 80/​05, Rn. 24[]
  4. BAG 19.06.2012 – 3 AZR 464/​11, Rn. 50[]