Wie steht es um neue Formen der privaten Altersvorsorge?

Gera­de sorgt die Debat­te über den Vor­schlag einer Grund­ren­te von Arbeits­mi­nis­ter Huber­tus Heil (SPD) für gro­ße Auf­re­gung. Unter­stützt wird Heil bei sei­nem Reform­vor­schlag von Finanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD). Der hat­te bereits vor einem hal­ben Jahr einen muti­gen Vor­stoß gewagt und die Sta­bi­li­sie­rung des Ren­ten­ni­veaus bis 2040 gefor­dert. Die gro­ße Koali­ti­on hat­te sich ledig­lich auf eine Sta­bi­li­sie­rung bis 2025 geei­nigt. „Wer soll das bezah­len?“ war die ein­ver­nehm­li­che Ant­wort von Poli­tik und Medi­en. Das Ren­ten­ni­veau liegt aktu­ell bei 48% und beschreibt den Ver­gleich zwi­schen einer Durch­schnitts­ren­te nach 45 Jah­ren Arbeit und dem aktu­el­len Durch­schnitts­ver­dienst. So kann gemes­sen wer­den wie sich Ren­te und Löh­ne im Ver­hält­nis ent­wi­ckeln. Dabei herrscht das gän­gi­ge Vor­ur­teil, dass es um die staat­lich garan­tier­te Ren­te nicht gut steht. Das dies nur bedingt stimmt, haben jetzt Finanz­ex­per­ten der Stif­tung Waren­test beleuch­tet, so sind zum Bei­spiel im Jah­re 2018 die Ren­ten stär­ker gestie­gen als die Löh­ne.

Wie steht es um neue Formen der privaten Altersvorsorge?
An elder­ly man puts a coin in an empty wal­let. Pover­ty in reti­re­ment con­cept. Spe­cial toning

Riester-Rente – besser als ihr Ruf?

Bei ihrer Ein­füh­rung im Jah­re 2002 galt sie als das All­heil­mit­tel einer vom demo­gra­phi­schen Wan­del bedroh­ten Gesell­schaft. Das Ren­ten­ni­veau (lag 2002 bei 53%) wur­de gesenkt, gleich­zei­tig die pri­va­te, staat­lich geför­der­te Alters­vor­sor­ge ein­ge­führt, die Bür­ger in die Pflicht genom­men. Seit­dem ist die Ries­ter-Ren­te viel geschol­ten wor­den – zu kom­pli­ziert, zu uner­gie­big, zu teu­er. So ein­fach ist es nicht, denn es muss sehr genau abge­wo­gen wer­den, ob sich ein Ries­ter-Ver­trag nicht doch für die pri­va­te Vor­sor­ge lohnt. Dabei ist es wich­tig, sich genau über die ein­zel­nen Ange­bo­te zu infor­mie­ren. Ries­ter-Ren­te ver­glei­chen macht Sinn: Ein Fond-gebun­de­ner Ver­trag, der mehr Ren­di­te ver­spricht oder Wohn-Ries­ter-För­de­rung für die eige­nen vier Wän­de sind durch­aus inter­es­san­te Anla­gen. Die Ver­si­che­rungs­be­ra­ter des Por­tals wefox haben einen umfas­sen­den Über­blick über die Ries­ter-Ren­te zusam­men­ge­stellt.

Sind Aktien die Zukunft?

Das etwas pas­sie­ren muss, ist auch in Ber­lin klar. So wur­de im Koali­ti­ons­ver­trag fest­ge­hal­ten, dass die pri­va­te Ren­te „wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den muss“ und außer­dem „gerech­ter“ wer­den soll. Wie das genau pas­sie­ren soll, dazu hört man frei­lich weni­ger. Gesprä­che zwi­schen Poli­tik und Ver­si­che­rungs­wirt­schaft sol­len statt­fin­den. Vor­schlä­ge kom­men aber nicht aus dem Bun­des­tag, son­dern zum Bei­spiel von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band. Die Idee: Ein gro­ßer Fonds, der kei­ne eige­nen Gewinn­zie­le ver­folgt. Unter Auf­sicht zum Bei­spiel der Bun­des­bank sol­len Akti­en und Anlie­hen gekauft und ver­wal­tet wer­den. Arbeit­neh­mer könn­ten durch einen Lohn-Teil­ver­zicht (wie bei der Betriebs­ren­te) in die­sen Fond ein­zah­len und so neben­bei für spä­ter vor­sor­gen. Ganz neu ist der Vor­schlag nicht. In Skan­di­na­vi­en gibt es staat­li­che Vor­sor­ge-Fonds bereits seit 20 Jah­ren. Da Deut­sche dem Akti­en­markt grund­sätz­lich skep­tisch gegen­über­ste­hen, ist es frag­lich ob sich die­ses Pro­jekt auch hier­zu­lan­de umset­zen lässt. So hat­te erst vor ein paar Wochen der Vor­schlag von Fried­rich Merz (CDU) – Akti­en zur Alters­vor­sor­ge ein­zu­set­zen – für einen bun­des­wei­ten Auf­schrei gesorgt.

Im Alter selbstständig bleiben

Eines der höchs­ten Güter ist die eige­ne Auto­no­mie und Selbst­stän­dig­keit, gera­de im Alter. Auch jen­seits des Ren­ten­ein­tritts für sich selbst sor­gen zu kön­nen – auch finan­zi­ell – ist ein zwar anspruchs­vol­les, aber bei guter Gesund­heit mach­ba­res Unter­fan­gen. Wel­che Mög­lich­kei­ten es gibt haben wir hier zusam­men­ge­stellt.