Was bedeuten eigentlich die Pflegestufen?

Die Pfle­ge­stu­fen waren lan­ge Zeit ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um, um die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit eines Men­schen ein­schät­zen zu kön­nen. Auch wenn sie mitt­ler­wei­le wei­test­ge­hend in den Pfle­ge­gra­den auf­ge­gan­gen sind, so spie­len sie doch auch heu­te noch eine wich­ti­ge Rol­le. Die­ser Arti­kel stellt daher die ursprüng­li­chen drei Pfle­ge­stu­fen und den Son­der­fall „Pfle­ge­stu­fe 0“ vor und erklärt, wofür sie stehen.

Pflegestufe 1

Die Pfle­ge­stu­fe 1 stand für eine „erheb­li­che Pfle­ge­be­dürf­tig­keit”. Das bedeu­tet, dass Men­schen so pfle­ge­be­dürf­tig waren, dass sie min­des­tens 90 Minu­ten am Tag frem­de Unter­stüt­zung benö­tig­ten. Die­se wur­de unter ande­rem für die Grund­pfle­ge und für die haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung bereit­ge­stellt. Die rest­li­che Zeit muss­ten die Betrof­fe­nen ihren All­tag eigen­stän­dig meistern.

Pflegestufe 2

Die zwei­te Pfle­ge­stu­fe stand für eine „Schwer­pfle­ge­be­dürf­tig­keit”. Hier beka­men die Betrof­fe­nen 180 Minu­ten am Tag frem­de Unter­stüt­zung für die Grund­pfle­ge und die haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung. Die zusätz­li­che Zeit war nötig, da die Pfle­ge­be­dürf­ti­gen vie­le Auf­ga­ben, die Men­schen in Pfle­ge­stu­fe 1 noch bewäl­ti­gen kön­nen, nicht mehr allei­ne meis­tern konnten.

Pflegestufe 3

Die Pfle­ge­stu­fe 3 stand für eine„Schwerstpflegebedürftigkeit”. Hier waren die Betrof­fe­nen so von der Unter­stüt­zung ande­rer abhän­gig, dass sie 300 Minu­ten am Tag exter­ne Unter­stüt­zung für die Grund­pfle­ge und die haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung erhiel­ten. In eini­gen Fäl­len war die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit so mas­siv, dass selbst die­se zusätz­li­che Zeit nicht aus­reich­te. In die­sem Fall war es nötig, auf eine 24-Stun­den-Pfle­ge zurück­zu­grei­fen, die sich rund um die Uhr um die Bedürf­nis­se der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen kümmerte.

Sonderfall: Pflegestufe 0

In eini­gen Fäl­len wur­de die Pfle­ge­stu­fe 0 ver­ge­ben. Hier­bei han­del­te es sich um einen Aus­nah­me­fall für Men­schen mit geis­ti­ger Behin­de­rung oder einer begin­nen­den Demenz. Die­se fie­len oft durch das Ras­ter, weil sie kei­ne kör­per­li­che Unter­stüt­zung in ihrem All­tag benö­tig­ten. In einem sol­chen Fall war es den Gut­ach­tern mög­lich, die Pfle­ge­stu­fe 0 zu ver­ge­ben, um den Betrof­fe­nen trotz­dem eine gewis­se Hil­fe zukom­men zu las­sen. Vor­aus­set­zung hier­für war eine „erheb­lich ein­ge­schränk­te Alltagskompetenz“.

Fazit

Die Pfle­ge­stu­fen haben im Ver­gleich zu frü­her ein wenig an Rele­vanz ver­lo­ren. Das liegt dar­an, dass heut­zu­ta­ge aus­dif­fe­ren­zier­te Pfle­ge­gra­de genutzt wer­den, um die Pfle­ge­be­dürf­tig­keit einer Per­son ein­zu­schät­zen. Trotz­dem sind die grund­le­gen­den Kri­te­ri­en, die für die Bestim­mung der Pfle­ge­stu­fen her­an­ge­zo­gen wur­den, auch heu­te noch in vie­len Berei­chen rele­vant und im Einsatz.