Renteneinkommen: Zwischen Armut und Steuerlast

Renteneinkünfte stehen zumeist im Verruf, nicht ausreichend zu sein und immer wieder ist von Altersarmut die Rede. Was kann man also im Rentenalter tun, um mehr Geld zum Leben zu haben?

Nebeneinkünfte erzielen, einen festen „Nebenjob“ annehmen, das sind gute Ideen und die Tätigkeiten halten den Körper und Geist auf Trab. Auf der anderen Seite erhöht sich das Einkommen und so kommen Steuerzahlungen ins Spiel, die sie gleich wieder mindern. Was muss man grundsätzlich also beachten, wenn es in der Rente ums Geld geht?

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Rentenaufstockung durch bezahlte Nebenjobs

Die einen kommen ohne Arbeit nicht aus, weil sie die Beschäftigung vermissen und sich zu Hause langweilen würden, die anderen deswegen nicht, weil sie ohne das monatliche Zusatzeinkommen nicht überleben könnten. Somit sind Nebenjobs für Rentner aus zweierlei Sicht gar nicht unattraktiv. Gewisse Vorteile bringen sie auch mit: Denn in der Rente darf man unbegrenzt dazuverdienen, ohne dass die eigentlichen Rentenbezüge davon beeinflusst werden. Außerdem lässt sich eine Nebentätigkeit bis 450 Euro monatlich ohne Weiteres durchführen; Steuern kommen erst ins Spiel, wenn das Nebeneinkommen über diese 450 Euro hinausgeht und die Beschäftigung dem Rentenversicherungsträger gemeldet werden muss. Möchte man selbstständig werden, sind außerdem die Regelungen der Finanzämter zu beachten, was Steuernummern und buchhalterische Pflichten betrifft.

 

Steuerfreibetrag und Alterseinkünftegesetz

Jeder Bürger in Deutschland hat jährlich einen Steuerfreibetrag von aktuell 8.820 Euro. Rentner genießen dank des Alterseinkünftegesetzes außerdem den Vorteil, nur einen gewissen Prozentsatz ihrer Rente versteuern zu müssen. Aktuell sind das nur 74 Prozent. Wird ein wie eben beschriebener Nebenjob bis 450 Euro hinzugenommen, ist nur das steuerpflichtig, was per Rentenbezug über den genannten Freibetrag hinausgeht. Gleiches gilt für Einnahmen, die in einem Nebenjob mit mehr als 450 Euro Verdienst im Monat hinzukommen. Mit diesem Wissen lässt sich das Alter gut kalkulieren. Weitere Informationen zu diesem Thema liefert diese Broschüre des Bundesfinanzministeriums.

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Steuerabzügee mit Ausgaben in der Steuererklärung

Zu den anderen Punkten hinzu kommt zum Schluss noch die jährliche Steuererklärung. Was man über das Jahr mit Rentenbezügen und Nebeneinkünften über den Freibetrag hinaus verdient hat, kann man nun mit bestimmten Ausgaben wieder minimieren. Oft sogar so weit, dass das Finanzamt eine Erstattung der gezahlten Steuern vornimmt.

Abzusetzen sind Sonderausgaben, etwa in Form von Kranken- und Pflegeversicherungen, sowie Arzt- und Medikamentenrechnungen als außergewöhnliche Belastungen. Zu diesen gehören auch Beerdigungskosten, falls der Partner oder die Partnerin verstirbt. Haushaltsnahe Dienstleistungen wie Garten- und Putzkräfte können abgesetzt werden, genau wie Werbungskosten und etwaige Behinderten-Pauschbeträge. Zum Schluss kann eventuell noch der Altersentlastungsbetrag interessant sein, denn wer über 64 Jahre alt ist und zum Beispiel Arbeitslohn bezieht, kann diesen von der Summe der Einkünfte abziehen.

Mehr zu all diesen Themen finden Sie auf den Seiten der Vereinigten Lohnsteuerhilfe.

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