—> Betriebsrentenanpassung — und der Berechnungsdurchgriff gegen den Bürgen

Die Bürg­schaft einer Kon­zern­ober­ge­sell­schaft für Betriebs­ren­ten­ver­pflich­tun­gen kommt als Grund­la­ge für einen Berech­nungs­durch­griff im Rah­men der Anpas­sungs­prü­fung nach § 16 Abs. 1 und Abs. 2 BetrAVG nicht in Betracht.

Durch die Bürg­schaft ver­pflich­tet sich der Bür­ge gegen­über dem Gläu­bi­ger eines Drit­ten (Haupt­schuld­ner), mit sei­nem gesam­ten Ver­mö­gen für die Erfül­lung der Ver­bind­lich­keit eines Drit­ten (Haupt­schuld) ein­zu­ste­hen, § 765 Abs. 1 BGB. Es han­delt sich um eine von der Haupt­schuld ver­schie­de­ne, ein­sei­tig über­nom­me­ne eige­ne Leis­tungs­pflicht des Bür­gen1.

Der Bür­ge erfüllt eine eige­ne Schuld, wodurch die Haupt­for­de­rung auf ihn über­geht (§ 774 Abs. 1 BGB). Bür­ge und Haupt­schuld­ner sind kei­ne Gesamt­schuld­ner2.

Aller­dings ist die Bürg­schaft akzes­so­risch, dh. sie ist eine von Ent­ste­hung und Erlö­schen, Umfang (§ 767 Abs. 1 BGB), Zuord­nung und Durch­setz­bar­keit (§§ 768, 770 BGB) von der Haupt­schuld dau­ernd abhän­gi­ge Hilfs­schuld3.

Der Gläu­bi­ger soll vom Bür­gen nicht mehr ver­lan­gen kön­nen, als er vom Haupt­schuld­ner bekom­men kann4.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2015 — 3 AZR 83913

  1. BGH 9.07.1998 — IX ZR 27296, zu II 2 a der Grün­de, BGHZ 139, 214 []
  2. Palandt/​Sprau BGB 74. Aufl. Einf. v. § 765 Rn. 1 []
  3. BGH 9.07.1998 — IX ZR 27296, zu II 2 a der Grün­de, aaO []
  4. BGH 8.12 2009 — XI ZR 18108, Rn. 58 []

 

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