Besteuerung von Erwerbsminderungsrenten

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat aktu­ell in meh­re­ren Urtei­len ent­schie­den, dass auch die Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung nicht mit dem – gewöhn­lich nied­ri­ge­ren – Ertrags­an­teil, son­dern mit dem sog. Besteue­rungs­an­teil zu besteu­ern sind. Die­se Besteue­rung beruht auf der Neu­re­ge­lung der steu­er­li­chen Behand­lung der Alters­ein­künf­te durch das Alters­ein­künf­te­ge­setz im Jahr 2004.

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te bereits 2009 und 2010 die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit die­ses Geset­zes in Bezug auf die Alters­ren­ten grund­sätz­lich bejaht. Nun hat er ent­schie­den, dass die Neu­re­ge­lung auch in Bezug auf die Erwerbs­min­de­rungs­ren­ten nicht gegen die Ver­fas­sung verstoße.

In dem Streit­fall hat­te die Klä­ge­rin im Jahr 2005 eine Erwerbs­min­de­rungs­ren­te erhal­ten. Die­se Ren­te wur­de mit einem Besteue­rungs­an­teil von 50 % der Besteue­rung unter­wor­fen. Wäre die Ren­te dem­ge­gen­über noch im Jahr 2004 – dem Jahr vor dem Inkraft­tre­ten des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes – gezahlt wor­den, wäre sie nur mit einem Ertrags­an­teil von 4 % zu besteu­ern gewesen.

Die durch die Neu­re­ge­lung des § 22 Nr. 1 Satz 3 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes ein­ge­tre­te­ne Steu­er­mehr­be­las­tung der Klä­ge­rin sah der BFH als durch den grund­le­gen­den Sys­tem­wech­sel der Ren­ten­be­steue­rung, der durch die Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts not­wen­dig gewor­den war, gerecht­fer­tigt an. Es bestehe kein ent­schei­den­der Unter­schied zu den Alters­ren­ten aus der gesetz­li­chen Rentenversicherung.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urtei­le vom 13. April 2011 – X R 54/​09, X R 19/​09 und X R 33/​09